Grundprinzipien

Der Vorgang der biologischen Abluftreinigung basiert auf den Tätigkeiten von Mikroorganismen, die in der Lage sind, organische und auch einige anorganische gasförmige Verbindungen biochemisch zu oxidieren. Dabei werden diese in nicht schädliche, bzw. geruchlich nicht mehr wahrnehmbare Stoffe überführt.

Grundlagen der biologische Abluftreinigung

Biologische Abluftreinigungsverfahren haben sich in den letzten Jahren endgültig als Stand der Technik in der Abluftreinigung etablieren können. Heute differenziert man zwischen Biofilter, Biowäscher und Biotricklingfiltern. Letztere verwenden im Gegensatz zu Biofiltern ein inertes Trägermaterial als Aufwuchsfläche für Mikroorganismen.

Im industriellen Bereich hat sich aufgrund der günstigen gesamtökologischen Bilanz und der niedrigen Betriebskosten das Biofiltersystem mit einem organischen Filtermaterial mit großem Abstand als die häufigste Verfahrenstechnik etabliert.

Bei allen Varianten ist das Prinzip gleich. Die in der Abluft enthaltenen Schadstoffe gelangen in einem ersten Schritt aus der Gasphase in die Umgebung der Mikroorganismen, die entweder auf festen Trägermaterialien als Biofilm fixiert sind (Biofilter und Biotricklingfilter) oder in der Flüssigphase suspendiert sind (Biowäscher).  Hier werden die sorbierten Schadstoffe durch Mikroorganismen umgesetzt. Die Leistungsfähigkeit der Systeme hängt neben vielen anderen Faktoren sehr stark von der Phasengrenzfläche und der Mikroorganismendichte ab.

Voraussetzungen für den Schadstoffabbau

Die biologische Reinigung von Abgasen kann angewendet werden, wenn nachstehend genannte Bedingungen greifen.

  • Möglichst gute Wasserlöslichkeit des Schadstoffes
  • Biologische Abbaubarkeit des Schadstoffes in technisch interessanter Zeit
  • Schadstoff darf nicht toxisch wirken
  • Schadstoffkonzentration soll kleiner als 1.000 mg/m³ sein
  • Temperatur zwischen 10 – 50°C

 

Nur durch das Zusammenspiel von maximalem Stoffübergang und Verfahrenstechnik, in Kombination mit einer dauerhaft maximalen Aktivität der Mikroorganismen, gewährleistet eine optimale Reinigungsleistung.

Von Hause aus sind Mikroorganismen in der Lage eine Vielzahl von organischen Verbindungen effektiv abzubauen. Nur in Einzelfällen oder unter einem starkem Zeitdruck, in dem der Biofilter hohe Leistungen erbringen muss, ist es notwendig mit dem Einsatz von Spezialisten „nachzuhelfen“. Biologische Systeme sind in der Regel sehr stabil, selbst bei Schwankungen in der Belastung und bei längeren Stillstandszeiten. Da in der Regel immer eine Mehrzahl von Mikroorganismen zusammen arbeitet sind bei regulären Bedingungen biologische Systeme ausgesprochen stabil.

Werden diese Kriterien eingehalten, arbeitet ein Biofilter effizient, ökologisch und ökonomisch.